Fast Fashion - schön für den Körper, schlecht für das Klima


Kleidung ist Massenware. Ungefähr fünf Milliarden Kleidungsstücke hängen in Deutschlands Schränken. Jedes Jahr und zu jeder Jahreszeit kommen neue „preiswerte“ Kollektionen raus, die uns suggerieren, regelmäßig komplett neue Kleidung kaufen zu müssen. Dass dieser Fast Fashion-Trend zu einem richtigen Problem wird, ist den wenigsten Leuten wirklich bewusst.

 

Was sind die Problematiken der Modeindustrie?

Laut einer Untersuchung der britischen Ellen-MacArthur-Stiftung nach könnte die gesamte Textilindustrie bis 2050 für ein Viertel des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes verantwortlich sein. Die ausgestoßenen Emissionen sind jedoch nur ein Teil der problematischen Folgen. Wir verschaffen Ihnen hier einen Überblick:


CO2-Austoß

Stand 2021 hat die Textilindustrie jährlich 1,2 Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen. Um diese Zahl einordnen zu können: Internationale Flüge und Kreuzfahrten zusammen stoßen weniger CO2 aus. Die Textilbranche besteht natürlich nicht nur aus der Modeindustrie, sondern aus allen Wirtschaftszweigen, die in irgendeiner Art und Weise Textilien für Produkte benötigen. Dennoch ist die Modeindustrie nicht zu unterschätzen. Sie ist für 5 % der gesamten globalen Emissionen zuständig. Diese Emissionen entstehen bei der Gewinnung von Plastikfasern, der Weiterverarbeitung und langen Transportwegen, die rund um die Welt gehen.


Mikroplastik

Auch in der Modeindustrie wird von Plastikderivate Gebrauch gemacht. Polyester ist das am häufigsten Material in der Modeindustrie und gehört wie Nylon und Acryl zu den Plastikfasern. Wir die Kleidung gewaschen, gelangen kleinste Partikel des Stoffes in das Wasser und dadurch und Flüsse und das Meer. So gelangt Mikroplastik langfristig über Nahrungsmittel auch in unseren Körper.


Wasserverbrauch

Ein weiterer Rohstoff, den jeder durch Textilprodukte kennt, ist Baumwolle. Die Problematik bei dem Anbau von Baumwolle ist, dass riesige Mengen an Wasser benötigt werden. Die Angaben zum Wasserverbrauch schwanken zwischen 3,6 und 26,9 Kubikmeter Wasser pro Kilogramm Baumwolle. Aber selbst der niedrige Wert entspricht schon rund 25 Badewannen voll Wasser. Solche bildlichen Vergleiche sind notwendig, um sich wirklich vor Augenführen zu können, was diese Zahlen bedeuten. In Zentralasien führte unter anderem dieser hohe Wasserverbrauch der ansässigen Textilindustrie zum Austrocknen des Aralsees.


Giftige Chemikalien

Wie bei vielen anderen Nutzpflanzen werden bei dem Anbau der Baumwollbäume häufig Pestizide eingesetzt. Und das zu einem beträchtlichen Anteil. 25 % der weltweit verwendet Pestizide werden bei Anbau von Baumwolle eingesetzt. Und zusätzliche werden bei der Verarbeitung des Rohstoffes Chemikalien eingesetzt, die dann im Abwasser und manchmal auch direkt im Meer oder in Flüssen landen. Bei diesen Stoffen handelt es sich beispielsweise auch um perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Phthalate, die Böden vergiften, Insektensterben auslösen und die Gesundheit von Menschen in der Region beinträchtigen.


Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

Menschen, die in den Ländern leben, an denen Rohstoffe für die Textilbranche angebaut und verarbeitet werden, leiden in vielerlei Hinsicht. Natürlich werden durch die Textilbranche viele Arbeitsplätze geschaffen, aber oft hat das seinen Preis. Die Umwelt in den Ländern wird zerstört und die Menschen arbeiten für einen minimalen Lohn. Auch in der heutigen Zeit werden immer wieder Fälle bekannt, die von sklavenähnlichen Verhältnissen und Kinderarbeit berichten.

 

Wie reagiert die deutsche und europäische Gesellschaft?

Auch wenn viele Leute gerne zu billigen Produkten greifen, ist es doch so, dass die Mehrheit der Deutschen (79 % !) der Meinung ist, dass Bekleidungsfirmen mehr Informationen über ihr Umweltengagement und Maßnahmen zur Senkung der Umweltbelastung zur Verfügung stehen sollten. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos MORI sehen 71 % der Deutschen Bekleidungshersteller in der Verantwortung für Ihre Lieferkette. Dieser Trend ist wichtig, da Deutschland nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Importeur von Bekleidung ist.


Die Stiftung Changing Markets und die Clean Clothes Campaign haben von dem Marktforschungsunternehmen Ipsos MORI eine internationale Umfrage durchführen lassen, die sich mit der Entlohnung, Produktion und nachhaltige Zertifizierung in der Bekleidungsbranche beschäftige. In den Ländern Vereinigtes Königreich, USA, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien wurden je Land über 1000 Interviews durchgeführt.


In dieser Umfrage stellte sich heraus, dass die Mehrheit der deutschen Verbraucher skeptisch ist, wie nachhaltig und ökologisch die Modebranche agiert. 66 % der Deutschen wären bereit, mehr für Modeprodukte zu zahlen, wenn dies bedeuten würde, dass Beschäftigte in der Lieferkette gerechte Löhne erhalten würden. Dieser Prozentsatz ist höher als in jedem anderen untersuchten Land. Nur 15 % der deutschen Bundesbürger glauben, dass die Textilindustrie ihre Kunden ausreichend über die Auswirkungen der Kleiderherstellung auf Mensch und Natur informiert. In Worten gefasst: Die Mehrheit der Deutschen misstraut der Modeindustrie. Es wird auch nicht zwischen Markenprodukten und Discounterware unterschieden, das Misstrauen ist für beide Varianten ähnlich hoch.


Gibt es Lösungen?

Ein möglicher Ansatz, das Problem unter Kontrolle zu bekommen und den Fast Fashion-Kreislauf zu durchbrechen, wäre die sogenannte Kreislaufwirtschaft. Indem hier Stoffe wiederverwendet werden, wird die Umweltbelastung minimiert.


Laut der Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung gibt es für die Kreislaufwirtschaft vier wichtige Phasen:


1. Das Ursprungsmaterial muss von guter Qualität sein und dadurch lange haltbar und die Umweltbelastungen minimieren.


2. Die Art und Weise, wie Kleidung entworfen und verwendet wird, muss so verändert werden, dass Kleidung nicht länger ein Wegwerfprodukt ist.


3. Recyclingtechnologien müssen verbessert werden und von Beginn der an eine Rolle in Beschaffung und Produktion spielen.


4. Der Einsatz von Rohstoffen muss reduziert werden und die Rohstoffe, die verwendet werden sollten erneuerbar sein.


Zwar gibt es Modemarken, die sich für einen solchen Ansatz ausgesprochen haben, jedoch werden diese Initiativen kritisiert, da sie noch nicht den ganzheitlichen Lebenszyklus von Textilien betrachten. Teilweise werden solche unausgereiften Initiativen auch als eine Form von Greenwashing genutzt.

 

Wie können wir was verändern?

Die Werbemittelagentur Hagemann vertreibt unter anderem auch Textilprodukte. Wir sind uns der Problematik des Textilmarktes bewusst und haben das Pro und bauen jeden Tag unser Angebot in die Richtung aus, sodass zukünftig ausnahmslos nachhaltige und klimaneutrale Produkte im Sortiment sind.


Aber auch als Privatperson ist es möglich, einen Unterschied zu machen. Ansätze können sein: weniger Kleidung zu kaufen, Secondhand zu bevorzugen, gezielt nachhaltige Mode aus alternativen Rohstoffen wie Hanf und Leinen zu kaufen und beim Waschen spezielle Waschbeutel zu verwenden, die Mikrofasern auffangen. Für mehr Informationen und nachhaltige Angebote können Sie uns jederzeit kontaktieren.